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Audio nach Windows‑Update KB5015878 reparieren

5 min read Windows Aktualisiert 17 Oct 2025
Audio reparieren nach Windows‑Update KB5015878
Audio reparieren nach Windows‑Update KB5015878

Laptop mit Lautsprecher-Icon und Windows-Update im Hintergrund

Wenn nach einem Windows‑Update (z. B. KB5015878, KB5016616 oder später) der Ton fehlt, hat Microsoft bereits einen Known Issue Rollback (KIR) gestartet, der das Problem meist automatisch behebt. Falls das nicht hilft: überprüfe Treiber, App‑Audioeinstellungen und führe die Windows‑Problembehandlung aus. Als letzte Option kannst du das Update zurücksetzen.

Wenn du Probleme wie “Kein Ton”, “Ton fehlt” oder “Beschädigter Ton” unter Windows 10 hast, bist du nicht allein. Nach den Updates KB5015878, KB5016616 oder später haben viele Nutzer Audioprobleme gemeldet. Microsoft hat das Problem auf dem Windows Health Dashboard anerkannt und mit Workarounds sowie einem Known Issue Rollback (KIR) reagiert.

Wichtige Begriffe in einer Zeile

  • KIR: “Known Issue Rollback” — eine Microsoft‑Maßnahme, um fehlerhafte Änderungen serverseitig zurückzunehmen.
  • MMDevice ID: Identifikator für ein Windows‑Audiogerät (Endpoint). Manche Apps speichern diese ID und funktionieren nicht, wenn sie sich ändert.

VERWANDT: Kein Audiogerät installiert in Windows 10 [GELOST]


Inhaltsverzeichnis

  • Wenn Sie das Update noch nicht installiert haben
  • Wenn nur bestimmte Apps betroffen sind
  • Wenn der Ton vollständig fehlt
  • Rollback auf eine frühere Windows‑Version
  • Schnelle Prüfliste (Playbook)
  • Rollout‑Entscheidungsbaum
  • Rolle‑basierte Checklisten
  • Kurzes Glossar
  • Zusammenfassung

Wenn Sie das Update noch nicht installiert haben

Wenn das Update noch nicht auf Ihrem PC installiert ist, können Sie das Problem oft vermeiden. Schritte:

  1. Aktualisieren Sie den Audiotreiber
  • Öffnen Sie Windows Update oder besuchen Sie die Support‑Seite Ihres Geräteherstellers (OEM).
  • Installieren Sie verfügbare Treiberupdates für die Sound‑Karte oder das Onboard‑Audio.

Hinweis: “Audiotreiber” wird auch als “Soundtreiber” oder “Soundkarten‑Treiber” bezeichnet.

  1. Backup für fortgeschrittene Audioprogramme
  • Wenn Sie komplexe Audio‑Programme wie Open Broadcaster Software (OBS) nutzen, sichern Sie vor der Installation des Updates Ihre Einstellungen und Profile.
  • Exportieren Sie Szenen, Profile und Mixer‑Presets, damit Sie nach einem Fehler schnell wiederherstellen können.

WICHTIG: Updates für Audiotreiber vor dem Windows‑Update können verhindern, dass eine Inkompatibilität entsteht.


Wenn nur bestimmte Apps betroffen sind

Wenn nur bestimmte Ports, Geräte oder Anwendungen keinen Ton liefern, ist meist die App‑Konfiguration oder ein geänderter MMDevice‑ID die Ursache.

Schritte zur Fehlerbehebung:

  • Prüfen Sie in den betroffenen Apps die Audio‑Einstellungen und wählen Sie die erwarteten Wiedergabe‑ und Aufnahmegeräte aus.
  • Manche Apps speichern die Windows MMDevice ID. Wenn Windows die Audioendpunkte neu initialisiert, erhalten die Geräte neue MMDevice‑IDs. Gelöste Maßnahmen:
    • Setzen Sie in der App die Audiogeräte neu.
    • Starten Sie die App neu. Falls das nicht reicht: App‑Cache löschen oder App neu installieren.
    • Kontaktieren Sie den App‑Support, wenn die App MMDevice‑IDs persistiert und keine Möglichkeit bietet, das Gerät neu zu wählen.

Wann diese Methode scheitert

  • Apps, die keine Auswahl von Endgeräten erlauben oder IDs fest kodieren, können weiterhin stumm bleiben. In diesem Fall hilft meist eine Neuinstallation oder ein Update der App.

Wenn der Ton vollständig fehlt

Wenn nach der Installation des Updates gar kein Systemton mehr vorhanden ist, gehen Sie schrittweise vor:

  1. Windows‑Problembehandlung starten
  • Öffnen Sie “Toneinstellungen” → “Problembehandlung” oder suchen Sie nach “Tonprobleme beheben”.
  • Folgen Sie dem Assistenten. Er erkennt oft deaktivierte Dienste oder fehlende Geräte und versucht, diese zu reparieren.
  1. Audioverbesserungen deaktivieren
  • Einige Treiber bieten Audiooptimierungen, die Probleme verursachen können. Deaktivieren Sie diese im Eigenschaftenfenster Ihres Wiedergabegeräts (Geräte‑Manager → Sound, Video und Gamecontroller → Eigenschaften → Verbesserungen / Erweitert).
  1. Audiowiedergabedienst prüfen
  • Öffnen Sie die Diensteverwaltung (services.msc) und prüfen Sie, ob “Windows Audio” und “Windows Audioendpointbuilder” laufen. Starten Sie die Dienste gegebenenfalls neu.
  1. Treiber neu installieren
  • Deinstallieren Sie den Audiotreiber im Geräte‑Manager und wählen Sie “Gerät deinstallieren”. Starten Sie anschließend den PC neu, damit Windows den Treiber automatisch neu installiert.

Rollback auf eine frühere Windows‑Version

Wenn alle Workarounds scheitern, können Sie das letzte Feature‑ oder Qualitätsupdate rückgängig machen.

Schritte zum Zurücksetzen

  • Einstellungen → Update und Sicherheit → Wiederherstellung → “Zu einer früheren Version von Windows 10 zurückkehren” (nur verfügbar innerhalb des Aufbewahrungszeitraums, in der Regel 10 Tage nach dem Update).
  • Falls die Option nicht vorhanden ist, nutzen Sie ein zuvor erstelltes Systemabbild oder ein Wiederherstellungsmedium.

WICHTIG: Prüfen Sie vor dem Rollback, ob kritische Sicherheitsupdates fehlen. Ein Rollback reduziert potenziell den Schutz des Systems, deshalb nur als letzte Option.


Schnelle Prüfliste (Playbook)

  • Hat Microsoft KIR angewendet? Ja → Warte 24 Stunden und starte das System neu.
  • Treiber aktuell? Nein → Treiber aktualisieren.
  • Nur eine App betroffen? App‑Audioeinstellungen prüfen; App neu starten/neu installieren.
  • Komplettaudioverschluss? Windows‑Problembehandlung → Audioverbesserungen deaktivieren → Dienste prüfen → Treiber neu installieren.
  • Alles fehlgeschlagen? Rollback / Wiederherstellung durchführen.

Rollout‑Entscheidungsbaum

flowchart TD
  A[Kein Ton nach Update] --> B{Update installiert?}
  B -- Nein --> C[Avoid Update: Treiber & Backup prüfen]
  B -- Ja --> D{Nur bestimmte Apps betroffen?}
  D -- Ja --> E[App‑Einstellungen prüfen -> App neu starten -> Neuinstallation]
  D -- Nein --> F{Komplett kein Ton?}
  F -- Ja --> G[Problembehandlung -> Dienste -> Treiber neu install.]
  F -- Nein --> H[MMDevice ID prüfen -> App Entwickler kontaktieren]
  G --> I{Behoben?}
  E --> I
  H --> I
  I -- Nein --> J[Rollback auf frühere Windows‑Version]
  I -- Ja --> K[System normal]

Rolle‑basierte Checklisten

Endanwender

  • PC neu starten.
  • Audioausgabe in der Taskleiste prüfen.
  • Problembehandlung ausführen.
  • Bei komplexen Audio‑Tools: Einstellungen exportieren.

IT‑Administrator

  • Prüfen, ob KIR global angewendet wurde.
  • Verteilung von Treiberupdates planen (Windows Update for Business / WSUS).
  • Betroffene Clients mit Playbook sequenziell abarbeiten und Ergebnisse dokumentieren.

Entwickler / App‑Support

  • Prüfen, ob die App MMDevice‑IDs cached.
  • Option implementieren, Endgerät dynamisch neu zu wählen.
  • Update mit robusterer Endpoint‑Erkennung bereitstellen.

Kurzes Glossar

  • Audiotreiber: Software, die das Betriebssystem mit der Sound‑Hardware verbindet.
  • KIR: Microsoft‑Mechanismus zum Zurückrollen bekannter, kritischer Fehler.
  • MMDevice ID: Identifikator für ein Windows‑Audiogerät.

Wann das nicht funktioniert (Einschränkungen)

  • Hardwaredefekte: Wenn die Sound‑Hardware physisch defekt ist, helfen Softwaremaßnahmen nicht.
  • Hersteller‑Firmware: Manche Geräte benötigen Firmwareupdates, die separat installiert werden müssen.
  • Unternehmensrichtlinien: Strict‑Update‑Policies in Firmenumgebungen können KIR oder Rollbacks blockieren.

Zusammenfassung

Microsoft hat einen Known Issue Rollback eingeleitet, der viele Fälle automatisch löst. Wenn Sie trotzdem Probleme haben, prüfen Sie Treiber, App‑Einstellungen und führen Sie die Windows‑Problembehandlung aus. Als letzte Maßnahme können Sie das Update zurücksetzen. Nutzen Sie die oben stehenden Checklisten und den Entscheidungsbaum, um strukturiert vorzugehen.

Autor
Redaktion

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